Zecken machen vielen Menschen Angst, doch nur wenige Exemplare sind tatsächlich Krankheitsüberträger. Foto: epd

Zecken machen vielen Menschen Angst, doch nur wenige Exemplare sind tatsächlich Krankheitsüberträger. Foto: epd

Viele Menschen befürchten bei einem Zweckenbiss sofort, sich mit Borreliose oder Hirnhautentzündung infiziert zu haben. Dabei enthält nur in Risikogebieten ein äußerst geringer Prozentsatz (0,08 %) der Zecken das FSME verursachende Virus. Das fanden Forscher jetzt für das Rhein-Main-Gebiet heraus.
Zwei Krankheiten, zwei Erreger: Beide kann eine damit infizierte Zecke beim Stich auf ihren Wirt übertragen. Während die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, von einem Virus verursacht wird, ist Borreliose die Folge einer Infektion mit einem Bakterium der Gattung Borrelia. Borreliose äußert sich zunächst meist durch einen ringförmigen Hautausschlag, kann aber auch eine Reihe weiterer Krankheitserscheinungen und Komplikationen verursachen.
Das regionale Infektionsrisiko zeckenübertragener Krankheiten wird bisher daran abgeschätzt, wie viele Krankheitsfälle in den Vorjahren in der Region auftraten. Untersuchungen darüber, wie viele Zecken die Erreger von Lyme-Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis in sich tragen, fehlten aber weitgehend. Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Klinikums der Goethe-Universität sammelten und analysierten deshalb über zwölf Tausend Zecken im Rhein-Main-Gebiet.
Von den neun Untersuchungsgebieten der Studie gelten vier als Risiko-Gebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Nur in diesen Risikogebieten enthielt ein kleiner Teil der Proben (0,08%) auch das FSME verursachende Virus. Die Erreger der Borreliose, Bakterien des Borrelia-burgdorferi-Komplexes, kamen dagegen in allen Untersuchungsgebieten vor; insgesamt wurden sie in 9,5% der infizierten Zecken gefunden. Die bei weitem häufigste Art unter den fünf nachgewiesenen Borrelien-Spezies war mit 81,3% Borrelia afzelii.
Wenn man die regionale Verteilung betrachtet, waren im Übrigen südlich des Mains deutlich mehr Zecken positiv für Borrelia-Arten als nördlich davon. Der Main stellt also eine natürliche Barriere dar.