Der Kabarettist Dieter Hildebrandt. Foto: Elke Wetzig (Elya)

Rauswürfe (aus den staatlichen) Fernsehprogrammen pflastern den Weg des am 23. Mai 1927 in Bunzlau (Niederschlesien) geborenen Dieter Hildebrand. So nahm:
– das  ZDF im Februar 1975 eine Folge der Notizen aus der Provinz aus dem Programm, weil sie u. a. die zu dieser Zeit heftig umstrittene Frage von Abteibungen thematisierte
– ebenfalls das ZDF eine Sendung des Scheibenwischer im Oktober 1977 aus dem Programm: Vorauseilende Begründung: zu geringe Distanz zum RAF-Terrorismus nach der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback
– der Bayerische Rundfunk im Januar 1982 die Sendung “Notizen aus der Provinz über den Rhein-Main-Donau-Kanal (mit Gerhard Polt) aus dem Programm.
Und wie im wahren Leben: 1979 sperrte die CDU-Rathausmehrheit in Bad Mergentheim,die Aula der Volksschule für einen Auftritt von Hildebrandt, weil die nur für kulturell hochwertige Zwecke zur Verfügung stehe.
Aber man täte Dieter Hildebrandt Unrecht, würde man ihn auf die Skandale reduzieren, die (meist) konservative Politiker auslösten, um das vermeintliche Schandmal zu stoppen. Dieter Hildebrandt ist der Doyern des deutschen Nachkriegskabarett. Und es wäre vermessen dieses Gesamtwerk hier ausbreiten zu wollen. Wir wollen unseren Leser/innen nur einige Stationen ins Gedächtnis rufen:
– 1951 beginnt er mit dem Kabarett und kommt im Münchner Theater “Die kleine Freiheit” mit Erich Kästner und Werner Finck zusammen.
– 1956 gründet er mit Sammy Drechsel die Müncher Lach- und Schießgesellschaft.
– ab 1974 Zusammenarbeit mit dem Kabarettisten Werner Schneyder
– 1985 Gastspiel in der DDR auf Einladung des Kabaretts “Pfeffermühle”.
– in den 80er Jahren folgten zwei gemeinsame Programme Hildebrandts mit Gerhard Polt.
– Mitwirkung in dessen Filmen “Kehraus” und “Man spricht deutsch”.
Dieter Hildebrandt tritt auch heute noch auf, zum Beispiel in der “Anstalt”, in der er seinen Alten-Rap vor etwa einem Jahr vortrug und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.
Das Magazin sechs+sechzig gratuliert Dieter Hildebrandt zum 85-sten und wünscht ihm (und auch uns) noch viele produktive Jahre!