Anette Röckl und Simone Rethel-Heesters im Talk. Foto: Michael Matejka

Simone Rethel wurde nach der berühmte Schriftstellerin Simone de Beauvoir inklusive französischer Aussprache benannt. In ihren selbstbewussten Ansichten ähnelt die Schauspielerin ihrem Vorbild. Das zeigte sie im Talk auf der sechs+sechzig Bühne bei der Messe inviva 2020 in Nürnberg. Im Gespräch mit Moderatorin Anette Röckl ließ sie ihr Liebe zu dem legendären Schauspieler Jopie Heesters Revue passieren und erzählte, wie sie sich aus Trauer und Einsamkeit nach seinem Tod neu erfunden hat. Wobei das nicht ganz stimmt. “Ich habe an mein altes Leben angeknüpft”, sagt sei.

Im vergangenen Jahr wurde Simone Rethel 70 Jahre alt und feierte das Ereignis in einem größeren Feundeskreis. Der Kontakt zu Menschen sei wichtig und sollte bis ins hohe Alter erhalten bleiben, betont die Künstlerin. Sie selber ist auf vielen Feldern aktiv, gerade schreibt sie ein Buch mit  Prominenten-Interviews. Ihr letztes Buch hieß: “Sage nie, Du bist zu alt dazu”. Das ist auch ihr Lebensmotto. Entsprechend appelliert sie an die junge Generation, mehr Geduld für die Älteren aufzubringen und ihnen nicht alles aus der Hand zu nehmen, nur weil es schneller geht. “In manchen Altenheimen dürfen die Bewohnern nicht einmal mehr den Teller selbst abräumen”, beschreibt Simone Rethel eine Situation, die sie kritisiert. Man solle so lange, wie es geht, möglichst viel selbst in die Hand nehmen, ob es dabei ums Anziehen geht oder um das Organisieren der alltäglichen Dinge.

“Wer bis ins hohe Alter arbeiten möchte, sollte dies dürfen”, meint sie. Ihr Mann stand bis zu seinem Tod im 108. Lebensjahr auf der Bühne. Natürlich solle es kein Zwang sein, immer länger im Berufsleben tätig sein zu müssen. Eine für alle geltende Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist nicht ihr Ziel. Sie plädiert für mehr Individualität, je nach Leistungsfähigkeit, Interesse und Möglichkeiten.

Schon vor dem Beginn der Rente sollte man sich überlegen, was man mit der Zeit anfangen möchte. “Ein größerer Teil des Lebens liegt noch vor einem und den kann man nicht nur als Urlaub sehen”, meint die agile Frau.