Kaum als geschlechtsspezifisches Phänomen wahrgenommen, betrifft Diabetes oft Männer. Foto: epd / Jürgen Blume

Männer erkranken ab dem 40. Lebensjahr zunehmend häufiger an Diabetes als Frauen. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Abrechnungsdaten der hkk Krankenkasse. Demnach ist der Unterschied ab dem 65. Lebensjahr besonders groß. Während in dieser Altersklasse 13,3 Prozent der Männer betroffen sind, sind es bei den Frauen lediglich 9,1 Prozent.

hkk Präventionsexperte Dr. Wolfgang Ritter appelliert daher besonders an Männer, ihren Blutzuckerspiegel bereits ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre im Rahmen der Untersuchung “Check up 35” ihrer Stoffwechsel- und Herz-Kreislaufsituation überprüfen lassen, um so frühzeitig einer Diabeteserkrankung vorbeugen zu können.

Ernährung und Lebensstil entscheidend

Der Bereichsleiter Versorgungsmanagement, Dr. Cornelius Erbe: “Nach dem heutigen Wissensstand sind für eine erfolgreiche Vorbeugung von Typ 2-Diabetes insbesondere Ernährung und Lebensstil entscheidend. Neben der Vermeidung von Übergewicht ist vor allem regelmäßige Bewegung von großer Bedeutung.” Beruflicher Ruhestand bedeute nicht, dass man sich auch körperlich zur Ruhe setzen solle. Im Gegenteil: “Die gewonnene Zeit sollte so viel wie möglich für körperliche Aktivitäten genutzt werden”, so Erbe.

Krankheit mit zahlreichen Folgen

Typ 2-Diabetes ist eine weit verbreitete chronische Stoffwechselerkrankung, deren Hauptmerkmal die gestörte Regulierung des Blutzuckerspiegels ist. Folge ist eine chronisch erhöhte Blutzuckerkonzentration, die unbehandelt zu Schäden an Blutgefäßen und Nerven führen kann. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für Begleit- und Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenfunktionsstörungen, Schädigungen der Netzhaut und das diabetische Fußsyndrom.

Je älter, desto höher das Diabetes-Risiko

Die Wahrscheinlichkeit, an Typ 2-Diabetes zu erkranken, nimmt bei Männern wie Frauen grundsätzlich mit dem Lebensalter zu. Die repräsentative Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS 1) bestätigt dieses Ergebnis. Liegt die Prävalenz bei den unter 50- Jährigen bei weniger als 5 Prozent, steigt sie in der Altersgruppe der 60- bis 69- Jährigen bereits auf 13,8 Prozent.