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Drei Spezialisten arbeiten Hand in Hand

Wer krank ist, will nur eines: schnell wieder gesund werden. Oder zumindest schnell eine genaue Diagnose erhalten – als Ausgangsbasis für die Therapie. Das wollen die Ärzte des Nürnberger St.-Theresien-Krankenhauses umsetzen. Sie haben nun einen neuen Kollegen, der mit ihnen an einem Strang zieht: Chefarzt Werner Kraupa leitet seit April die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie (Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes).
Bei ihnen wird Zusammenarbeit groß geschrieben: Die Chefärzte Dieter Ropers, Volker Müller und Werner Kraupa (v.l.) tauschen sich regelmäßig aus. Foto: Mile Cindric

Wer krank ist, will nur eines: schnell wieder gesund werden. Oder zumindest schnell eine genaue Diagnose erhalten – als Ausgangsbasis für die Therapie. Das wollen die Ärzte des Nürnberger St.-Theresien-Krankenhauses umsetzen. Sie haben nun einen neuen Kollegen, der mit ihnen an einem Strang zieht: Chefarzt Werner Kraupa leitet seit April die Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie (Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes).

Und er steht in engem Austausch mit den Herzspezialisten der Medizinischen Klinik sowie der Chirurgie. Für die meist älteren Patienten des St.-Theresien-Krankenhauses bedeutet dies, keine langen, für sie oftmals beschwerliche Wege innerhalb der Klinik zurücklegen zu müssen.

»Wenn jemand mit Magenschmerzen zu uns in die Klinik kommt, kann dem auch eine Erkrankung in einem anderen Bereich zugrunde liegen«, sagt Kraupa. So äußern sich etwa rheumatische Erkrankungen oder bakterielle Organerkrankungen mitunter recht diffus. Sobald ein Zweifel vorliegt, konsultiert er seine Kollegen – etwa Dieter Ropers, seit November Chefarzt der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Kardiologie, oder Volker Müller, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Und diese ihn. Damit wollen die Ärzte lange Wartezeiten für Patienten vermeiden. »Dass diese hin- und hergeschoben werden, noch eine Untersuchung und noch eine Diagnose über sich ergehen lassen müssen – das gibt es bei uns nicht«, versichert Ropers.

Die Zeit, die sich das Ärzte-Team für den steten Austausch nimmt, spart nicht nur Geld, sondern vor allem auch unnötige Eingriffe. Denn gerade Zweitoperationen stecken ältere Menschen nicht so leicht weg. »Ob hochbetagte Patienten generell operiert werden sollten, wird heute nicht mehr in Frage gestellt«, sagt Müller, der Chirurg. So verlaufe die Wundheilung von 80-Jährigen ähnlich gut wie bei jüngeren Patienten. »Aber die Anästhesie spielt eine große Rolle. Darauf können Patienten heute gut vorbereitet werden – es gibt große Fortschritte, etwa durch schonende Medikamente, die sich nicht im Fettgewebe einspeichern.« Dennoch zieht er vor einer OP oftmals seine Kollegen zu Rate.

»Delirprophylaxe« nennt sich das im Fachjargon – das heißt Vorsorge treffen, dass es einem Patienten nach einer OP schnell wieder gut geht. »Dabei ist es auch wichtig, dass der Patient nach dem Aufwachen den gleichen Ansprechpartner hat. Gerade für ältere Menschen ist es ein großes Problem, sich drei neue Gesichter zu merken«, weiß der 47-jährige Kraupa.

Die katholische Einrichtung ist überschaubar, 102 Betten gibt es auf den allgemeinen Stationen sowie fünf weitere auf der Intensivstation. Zudem ist das Theresien-Krankenhaus auf die Behandlung geriatrischer, sprich betagter Patienten, spezialisiert. Als solche galten vor etwa 20 Jahren noch Menschen ab 65 Jahren. Heute habe sich diese Grenze hin zu 80 Jahren verschoben, sagt Müller. Mit durchschnittlich fünf Grunderkrankungen kämen ältere Menschen ins Krankenhaus. Nicht selten nehmen sie bereits zehn verschiedene Tabletten und Pillen ein. »Auch darauf achten wir: Was der Patient bereits einnimmt und wie gut sich die Medikamente vertragen.«

Und noch eine Tendenz macht das Ärzte-Team aus: Ältere Menschen sind heute gut informiert. »Uns sind kritische Patienten lieber«, sagen Kraupa und Ropers unisono. So sei durch mehrere Studien erwiesen, dass Patienten, die einen gewissen Respekt vor einem Eingriff haben, besser durch eine OP kommen, als solche, die übermäßig ängstlich oder auch zu sorglos sind. »Wir haben keine Angst vor Doktor Google«, betont Ropers. »Wenn Patienten mit Argumenten kommen, die sie im Netz gefunden haben, kann man dem gut begegnen.«

Zwei geriatrische Fachabteilungen

Zur Vorbereitung einer OP zählt ebenso, mit Patienten und auch deren Angehörigen den Therapieplan zu besprechen. »Wir behalten Patienten lieber eine Woche länger hier, wenn nötig«, ergänzt Ropers. »Da sind wir hier mit gewissen Freiheiten ausgestattet. Und am Ende des Tages macht sich das auch bezahlt.« Er verweist zudem auf die geriatrische Rehabilitation, die das Theresien-Krankenhaus anbietet. Ziel sei, dass die Patienten wieder so selbstständig wie möglich werden – je nach Erkrankung auch mit Hilfe von Sprachtherapie, Gedächtnistraining oder Psychotherapie. 25 Plätze stehen für jeweils drei bis vier Wochen zur Verfügung, dazu zwei Fachärzte für Geriatrie, zwölf Pflegekräfte und eine große Gruppe von Therapeuten, um ältere Menschen nach Brüchen oder operativen Eingriffen wieder fit zu machen.

Um den eigenen Anspruch immer wieder zu überprüfen, nimmt das St.-Theresien-Krankenhaus – wie aktuell – an Studien zur Qualitätssicherung teil. Auch wenn dies mühsam ist. Doch nicht nur die Rückmeldungen der Krankenkassen rechtfertigen den Aufwand, sondern auch die der Patienten. »Wir nehmen uns die Zeit, die nötig ist. Die Menschen sollen sich verstanden fühlen, ihre Sorgen und Nöte loswerden können«, sagt Gastroenterologe Kraupa. Und Herz-Spezialist Ropers ergänzt: »Das ist gut für unsere Patienten und gut für unser Haus.«

Text: Anja Kummerow

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