Die Wirtschaftsauskunftei Bürgel hat die Privatinsolvenzen von Bundesbürgern in der Altersgruppe 61 plus detailliert ausgewertet und kommt zu folgenden Ergebnissen:
- die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland ist seit fünf Jahren rückläufig sind, bei Älteren hingegen steigt sie.Von 2011 bis 2015 stiegen die Privatinsolvenzen in der Altersgruppe „61 Jahre und älter“ um 25,8 Prozent.
- Die Höhe der Verschuldung liegt bei dieser Altersgruppe bei durchschnittlich 45.000 Euro, während sie bei allen Privatinsolvenzen bei etwas 34.000 Euro liegt.
- In Hamburg sind 77 Privatinsolvenzen auf je 1000.000 Einwohner bei der Gruppe der Älteren feststellbar., obwohl die Zahl der Privatinsolvenzen hier um 10 % gesunken ist.
- Der stärksten Anstieg im Vergleich 2014 gab es im Saarland. „Hier erhöhte sich die Zahl der Privatinsolvenzen in der Altersgruppe ab 61 Jahren um 14,5 Prozent“.
- Ebenfalls im zweistelligen Zuwachsbereich ist Berlin mit plus 10,3%.
- Einen Rückgang konntte Schleswig-Holstein registieren (-8,3%).
- Es müssen mehr Männer über 61 Jahen (65 Insolvenzen auf 100.000 Einwohner) als Frauen (37 je 100.000 einwohner) anmelden.
Der Bericht stellt weiter fest, dass viele ältere BürgerInnen auf Grundsicherung angewiesen sind und sich die Zahl derer, die darauf angewiesen sind von 2003 und 2014 fast verdoppelt hat. Für 2016 nimmt die Agentur an, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Gründe für diese Entwicklung sieht die Auskunftei Bürgel, in der Situation am Arbeitsmarkt in Gegenwart und Vergangenheit. Das seien u.a. die Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung, Langzeitarbeitslosigkeit, aber auch die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit durch längere oder kürzere Phasen der Arbeitslosigkeit. Nicht zu unterschätzen seien aber die langfristige Senkung des Rentenniveaus sowie steigende Steuern und Sozialabgaben.