richtig »schick« fanden. Wer sie besaß, war auf der Höhe der Zeit, konnte sich etwas leisten und brachte damit auch einen
gewissen Lebensstil zum Ausdruck. Das galt besonders beim Thema Wohnen.
Kaum waren Nierentische und Stehlampen weggeräumt, hielt ein unglaublich platzsparendes, mitunter sogar formschönes Möbel Einzug in unsere kleine Wohnwelt. Obwohl von Ausmaßen, die meist zwei Meter erreichten, entdeckte man das neue Stück auf Anhieb nicht. Im Zimmer der Cousine tarnte es sich als Schrank, im Gästezimmer der Freundin hatte es sich in der Wand versteckt und in so manchem Büro mutmaßte der Kunde lange Aktenreihen hinter der schmalen Tür, die tatsächlich recht Bequemes verbarg. Hier konnte sich der ermattete Körper regenerieren, nur ahnte niemand etwas davon.
Der Schrank war in Wahrheit ein Bett, das in diesem Raumwunder schlummerte. Wer die Flügeltüren öffnete, brauchte nur mit einem Griff das Bett auszuklappen, schon war das Wohn- in ein Schlafzimmer verwandelt, schon bot die Kanzlei dem Chef eine Übernachtungsmöglichkeit. Kissen und Decken waren meist in den oberen Regalen versteckt. Nicht selten wurde das Bettzeug auch einfach mit eingeklappt, wenn das Nachtlager wieder verschwinden musste. Hygienisch war das nicht immer, vielleicht kam das Bett im Schrank auch deshalb aus der Mode. Heute findet sich diese Errungenschaft früherer Jahre gelegentlich noch in Erste-Hilfe-Zimmern von Betrieben – oder bei Tante Lissy im Keller. Und in sehr modernen Varianten in Studentenbuden und Senioren-Appartements.
Foto: www.wohnstation.de
Eine Antwort
Es wird Zeit für das Große Comeback der Schrankbetten. Gerade heutzutage, wo Wohnraum einfach immer teurer und wertvoller wird, ist es doch eine Platzverschwendung das größte Möbelstück nur nachts zu benutzen. Mit Schrankbetten holt man eine Menge wertvollen Wohnraum wieder raus, den man für andere Dinge nutzen kann.
So wird aus einem Schlafzimmer ein Arbeitszimmer oder ein Spielzimmer.