Szene aus dem Dokumentarfilm "Taste the Waste" (Schmeck' den Müll). Foto: epd

Szene aus dem Dokumentarfilm “Taste the Waste” (Schmeck’ den Müll). Foto: epd

Pressemitteilunge der Verbrauchzentrale Bayern für ein Faltblatt zur Verpackung von Lebensmitteln:

“Kunststoffe sind leicht, stabil und gut formbar. Sie werden daher für das Verpacken von Lebensmitteln am häufigsten verwendet. Doch mehr Kunststoff bedeutet auch mehr Müll, der die Umwelt belastet. In der Kritik stehen die Verpackungen auch, weil unerwünschte und möglicherweise gesundheitsschädliche Bestandteile in die Lebensmittel übergehen können. Rückstände aus Verpackungen werden zwar rechtlich reguliert. Doch bei den gesundheitlichen Risiken vieler Inhaltsstoffe stehen selbst Experten häufig vor ungeklärten Fragen. Die Verbraucherzentralen fordern daher mehr Forschung, Kontrolle und Transparenz hinsichtlich der eingesetzten Materialien und deren Sicherheit. Gleichzeitig müssen Verbraucherinnen und Verbraucher für die Risiken eines unsachgemäßen Einsatzes von Verpackung stärker sensibilisiert werden. Verpackungen schützen Lebensmittel und können dazu beitragen, dass diese länger halten und damit weniger im Müll landet. Der Verpackungsaufwand heutzutage geht jedoch oft weit über dieses Ziel hinaus. „Viel Verpackung trifft auf wenig Inhalt“, kritisiert Sabine Schuster-Woldan, Lebensmittelexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. So liegen beispielsweise wenige hauchdünne Wurstscheiben aufgefächert in einer großen Plastikhülle oder einzeln verpackte Süßigkeiten nochmals in einem separaten Beutel. „Wer möglichst viel Unverpacktes in den Einkaufskorb legt, hilft der Umwelt und sich selbst“ rät Sabine Schuster-Woldan. Im Rahmen einer Befragung wollten die Verbraucherzentralen von Herstellern mehr zur Sicherheit ihrer Verpackungen wissen. „Doch nur wenige Firmen waren zu Auskünften bereit und stellten kaum aussagekräftige Dokumente zur Verfügung“, sagt Schuster-Woldan.Im Umgang mit Verpackungen sehen die Verbraucherzentralen folgende Punkte besonders kritisch:- Immer mehr Lebensmittel werden zum direkten Erhitzen in der Verpackung angeboten. Wer darauf  nicht verzichten mag, sollte Angaben wie die empfohlene Wattzahl oder Dauer der Erhitzung in der Mikrowelle ernst nehmen und genau beachten.

– Zunehmend befinden sich aktive Elemente wie Absorber (Saugeinlagen) in Verpackungen oder Lebensmittel werden unter Schutzatmosphäre verpackt. Auf diese Weise sind die Produkte länger haltbar. Über die eingesetzten Materialien erfahren die Konsumenten nichts.

– Verpackungen sind für den einmaligen Gebrauch gedacht. Nur darauf ist ihre Sicherheitsbewertung ausgerichtet. Kunststoffverpackungen wieder zu verwenden bei einer völlig anderen Temperatur oder gefüllt mit anderen Lebensmitteln als vorgesehen, kann zu unnötigen Risiken führen.