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Damals noch üblich: Eine Genehmigungsurkunde für die Mikrowelle. Foto: Schick

Sie waren in den 60-er, 70-er und 80-er Jahren der letzte Schrei, danach krähte kein Hahn mehr nach ihnen: Dinge, die einmal richtig »schick« waren. Doch so manche Gegenstände haben die Zeit überdauert. Diesmal ein Haushaltgerät, das heute in jeder Küche steht und schnell ein warmes Essen zaubern kann. Früher brauchte man für die Inbetriebnahme noch eine Genehmigung!
Roswitha Zink hat die Urkunde aufbewahrt, als wäre sie ein Meisterbrief. Denn die Deutsche Post erlaubte im Jahr 1982 mit diesem Schriftstück der Nürnbergerin, in ihrer Küche eine Mikrowelle in Gang zu setzen. Freilich keine, wie wir sie heute kennen, klein und platzsparend.
Roswitha Zink besaß damals einen neumodischen Mikrowellen-Herd; die elektromagnetischen Wellen konnten im Backofen zugeschaltet werden. Jedoch nur mit Erlaubnis der Post. Die stellte jedem Benutzer eine »Genehmigung für den Betrieb von Hochfrequenzgeräten« aus und schickte eine Belehrung gleich mit. Die Genehmigungsurkunde müsse »sorgfältig in der Nähe des Hochfrequenzgerätes« aufbewahrt und bei gelegentlichen Prüfungen vorgezeigt werden, hieß es da.
Roswitha Zink ließ sich weder bei der Zubereitung des Sonntagsbratens noch beim Kuchenbacken von so viel Bürokratie abschrecken. Denn 4000 Mark hatte sie damals für das Gerät hingeblättert, doch es habe sich rentiert, berichtet sie. 18 Jahre lang hat es ihr gute Dienste erwiesen, ehe es zum Alteisen ging. Das Zertifikat samt Belehrungsschreiben aus dem Fernmeldeamt 1 in Nürnberg hat sie heute noch.