„Basierend auf traditionellen Risikofaktoren sowie verfeinert mit neu entdeckten Biomarkern erlaubt unser neuer Score eine genauere Klassifikation des Herz-Kreislauf-Risikos bei Diabetespatienten“, betonte der Erstautor der Studie, Dr. Georg Goliasch, PhD (MedUni/AKH Wien). „Das ermöglicht eine frühzeitige Identifikation von Hochrisikopatienten, die von einer individualisierten, intensivierten medikamentösen Therapie sowie einer engmaschigen kardialen Überwachung profitieren können.“
In die Studie, die gemeinsam mit Prof. Winfried März (Universitätsmedizin Mannheim der Universität Heidelberg) durchgeführt wurde, wurden 864 Patienten aus der Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health (LURIC) Studie eingeschlossen, die im Durchschnitt zehn Jahre nachbeobachtet wurden. Mithilfe einer komplexen statistischen Analyse wurden aus mehr als 100 Variablen sieben Risikomarker mit hohem prädiktivem Wert ausgewählt: Alter, Geschlecht, Dauer der Diabeteserkrankung, sowie die im Blut messbaren Biomarker Renin, NT-pro-BNP, 25(OH)Vitamin D3 und Lp-PLa2. Dr. Goliasch: „Die Kombination dieser Marker im VILDIA-Risiko-Score erlaubt eine exzellente Vorhersage der kardiovaskulären Mortalität.“
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten Erkrankungen in der westlichen Welt und mit einer erhöhten Herz-Kreislaufsterblichkeit verbunden. Die bisherige kardiovaskuläre Risikoeinschätzung von Diabetikern bezüglich ihrer Mortalität beruhte hauptsächlich auf klassischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bluthochdruck und Rauchgewohnheiten. In den vergangenen Jahren wurden immer mehr unabhängige Risikofaktoren entdeckt, die das Potenzial zu wesentlich präziseren Risikovorhersagen haben.