Margarethe von Trotta, die Regisseurin des Spielfilms über Hannah Arendt. Foto: Hans Weingartz (Leonce49), http://www.Hans-Weingartz.

Der Film:
Hannah Arendt (Barbara Sukowa) arbeitet als Reporterin für „The New Yorker“. 1961 nimmt sie im Auftrag der Zeitung am Eichmann-Prozess in Jerusalem teil. Die anerkannte Philosophin und Schriftstellerin will anhand des Prozesses den Charakter des verantwortlichen Nazis verstehen. Zu diesem Zweck protokolliert sie akribisch das Verfahren, das weltweit für Aufsehen sorgt. Sie verarbeitet ihre Erfahrungen in mehreren Artikeln. Dadurch entsteht ihr berühmtestes und zugleich umstrittenes Werk „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen“, das bei vielen aufgrund ihrer Darstellung des Angeklagten auf ein zwiespältiges Echo stößt. Arendt sieht in Eichmann nicht das große Monster, für das ihn die Menschen halten. Vielmehr sieht sie in ihm einfach nur einen Täter, der seine Befehle bestmöglich ausführen wollte. Ihre Sicht und Erkenntnis hat für die Frau weitreichende Konsequenzen – Freunde lösen sich von ihr und im Alltag erfährt sie Ächtung und Ausgrenzung. Jedoch bleibt sie standhaft, denn sie will verstehen, auch wenn dies heißt, die Gedanken dahin zu führen, wo sie wehtun.
In Nürnberg:
Donnerstag 10. Januar 2013
um 15:00 Uhr
im CINECITTA’ (weitere Termine und Spielorte entnehmen Sie bitte den örtlichen Ankündigungen oder Tageszeitungen)
Wir verweisen in diesem Zusammenhang gerne auf ein Interview mit Margarethe von Trotta in der Frankfurter Rundschau.
Zur Person:
– geboren 1906 Hannover
– gestorben 1975 in New York
– jüdische, deutsche Theoretikerin und Publizistin
– 1933 kurzfristig von den Nazis verhaftet, verlässt sie Deutschland im selben Jahr in Richtung USA bis 1951 staatenlos dann US-Bürgerschaft).
– dort ist sie als Journalistin, später als Hochschullehrerin tätig. Ihr politischen Theorien bestehen auf der potentielle nFreiheit und Gleichheit in der Politik. Wichtig sei es  es, die Perspektive des anderen einzunehmen. An politischen Vereinbarungen, Verträgen und Verfassungen sollten auf möglichst konkreten Ebenen gewillte und geeignete Personen beteiligt sein.
– sie steht der repräsentativen Demokratie eher skeptisch gegenüber und orient ihr Denken an der griechischen Demokratie.
– wichtige Denker für Arendt: Sokrates,  Platon, Kant, Heidgger (mit dem sie eine Zeit lang liiert war), Jaspers u.a.
– wichtige Publikationen: “Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft”, Eichmann in Jerusalem, Bericht über die Banalität des Bösen”, “Über die Revolution”,