Jürgen Höller. Foto: Jürgen Höller Academy.

Alle wünschen sich ein harmonisches Miteinander in der Familie, denn ein entspannter Familienalltag macht glücklich. Dabei bedeutet Harmonie nicht, dass immer alle einer Meinung sein müssen oder dass Streit verboten ist – ganz im Gegenteil. Jedes Mitglied hat eigene Wünsche und Bedürfnisse. Damit ein harmonisches Zusammenleben trotz der unterschiedlichen Vorstellungen gelingt, gilt es einige Regeln zu beachten. Motivations-Experte Jürgen Höller gibt Tipps für den Umgang mit den Angehörigen.

1. Individuelle Regeln aufstellen
„Regeln dienen als Orientierung und helfen den gemeinsamen Alltag zu gestalten. Sie bilden die Grundlage für ein entspanntes Miteinander – ganz gleich ob Kleinfamilie, alleinerziehend oder Großfamilie mit unzähligen Tanten und Onkeln. Jede Familie ist anders, deswegen kann auch die Ausgestaltung der Regeln unterschiedlich aussehen. Es empfiehlt sich jedoch immer, zwischen zwei Arten von Prinzipien zu unterscheiden: nicht verhandelbaren und verhandelbaren. Dass die Lösung aller Konflikte immer gewaltfrei erfolgen sollte – auch der Kampf zwischen den Geschwistern um das neueste Spielzeug – zählt zu den unverhandelbaren Grundsätzen. Hinsichtlich anderer Regeln, beispielsweise Schlafengehenszeiten oder der Nutzung von Handy, Spielekonsole und Co., können Anpassungen erfolgen – wenn die Kinder bereits älter sind, kann die Ausgestaltung sogar im gemeinsamen Familienrat stattfinden. Wichtig ist jedoch: Die Regeln gelten für alle.“

2. Miteinander reden
„Offene Kommunikation stellt eine wichtige Basis für eine glückliche Familie dar. Wer seinen Mitmenschen nicht mitteilt, wenn ihn etwas stört oder wenn es ihm schlecht geht, kann nicht erwarten, dass die anderen es von allein bemerken. Vielmehr sollte jeder eindeutig und ruhig über seine Gefühle reden. Auch im Falle einer Meinungsverschiedenheit gilt es immer leise zu sprechen, anstatt das Gegenüber anzuschreien oder Sachen zu sagen, die man hinterher schnell wieder bereut. Um die Sichtweise der anderen zu verstehen, empfiehlt es sich immer, den anderen ausreden zu lassen und ihm auch wirklich zuzuhören – auch wenn man die Auffassung vertritt, dass er Unrecht hat. Außerdem sollte Kommunikation immer ehrlich sein, denn Lügen zerstören Vertrauen. Wenn Kinder lernen, dass Ehrlichkeit am längsten währt, trauen sie sich auch im Falle von Schulproblemen oder Liebeskummer offen auf die Eltern zuzugehen und diese um Rat zu bitten.“

3. Einander respektieren
„Kein Mensch gleicht dem anderen, denn jeder besitzt eine eigene Persönlichkeit. Das Anderssein des anderen gilt es zu respektieren und die Interessen, Ängste und Sorgen der anderen Familienmitglieder ernst zu nehmen. So müssen Eltern ihren Kindern beispielsweise zuhören, wenn diese ihr Hobby wechseln wollen, und dürfen dies nicht einfach als eine vorübergehende Laune abtun.“

4. Zeit miteinander verbringen
„Der Alltag fast jeder Familie gestaltet sich sehr hektisch – die Jobs der Eltern, die Hausaufgaben der Kinder und unterschiedlichste Hobbys. Die gemeinsame Zeit kommt dabei oft zu kurz, insbesondere wenn die Kinder immer älter werden. Doch die gemeinsame Familienzeit nimmt einen hohen Stellenwert ein, wenn es darum geht, sich gegenseitig darüber zu informieren, was im Leben des jeweils anderen gerade passiert, zum Beispiel wenn die Kinder einen neuen Lehrer haben oder der Partner unter Stress bei der Arbeit leidet. Dabei gilt: Qualität vor Quantität. Einmal in der Woche ein gemeinsamer Spaziergang, bei dem sich alle unterhalten, ist mehr wert, als jeden Abend gemeinsam vor dem Fernseher zu sitzen, dabei aber nicht miteinander zu kommunizieren, sondern nur auf das Handy zu starren. Kleine Rituale – sei es das gemeinsame Abendessen oder das Dekorieren der Wohnung an Fest- beziehungsweise Feiertagen – schaffen Sicherheit und fördern das Gemeinschaftsgefühl in der Familie. Oftmals erfolgen diese Rituale über Generationen hinweg, sodass auch Verwandte wie Großeltern an dem Familienleben teilnehmen.“

Weitere Informationen unter www.juergenhoeller.com