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Besserer Schutz für Demenzkranke vor Gewalt gefordert

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) fordert einen besseren Schutz vor Gewalt für Menschen mit Demenz und mehr Unterstützung für die Angehörigen. Wenn von Gewalt gegen Menschen mit Demenz die Rede ist, geht es vor allem um psychische Formen von Gewalt, wie Anschreien und Beschimpfen, aber auch um Vernachlässigung und körperliche Gewalt.
Eine Pflegerin fixiert die Hände einer verwirrten Altenheim-Bewohnerin an das Bett, um sie ruhig zu stellen. Foto: epd/Werner Krüper

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) fordert einen besseren Schutz vor Gewalt für Menschen mit Demenz und mehr Unterstützung für die Angehörigen. Wenn von Gewalt gegen Menschen mit Demenz die Rede ist, geht es vor allem um psychische Formen von Gewalt, wie Anschreien und Beschimpfen, aber auch um Vernachlässigung und körperliche Gewalt.

Auch die Gabe von Beruhigungs- und Schlafmitteln kann eine Form der Misshandlung sein, wenn die Medikamente nur gegeben werden, um jemanden „pflegeleichter“ zu machen.

Genaue Untersuchungen darüber, wie häufig Menschen mit Demenz Opfer von Misshandlungen werden, gibt es nicht. Bekannt ist aber, dass Pflegebedürftigkeit und soziale Isolation die Entstehung von Gewalt begünstigen, ebenso wie veränderte Verhaltensweisen, die für Pflegende von Demenzkranken oft sehr belastend sind.

Etwa 60 Prozent aller Demenzkranken werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Die meisten Angehörigen übernehmen diese Aufgabe mit großem Engagement und oft mit viel Hingabe. Trotzdem kann eine ständige Überforderung zu Aggressionen und Gewaltsituationen führen.

Deshalb sind Beratungsangebote, die die betroffenen Familien auch erreichen, und flächendeckende Entlastungsangebote ein wichtiger Baustein zur Prävention von Gewalt gegen Menschen mit Demenz.

Monika Kaus, 1. Vorsitzende der DAlzG, sagte dazu: „Es gibt in Deutschland bisher keine verbindlichen Handlungsleitlinien zur Prävention von Gewalt gegen ältere Menschen. Es fehlen klare Zuständigkeiten und verbindliche Ansprechpartner für Hausärzte, Pflegedienste und Privatpersonen, die Anzeichen von Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen beobachten.“ Die Einführung von Strategien zum Schutz der Betroffenen sei längst überfällig.

Heute leben in Deutschland etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60% davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis 2050 in Deutschland auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

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