Selbstgemachte und kreative Geschenke zum Valentinstag kommen bei vielen Menschen gut an.    Grafik: obs/STAEDTLER

Am deutschen Himmel tut sich was in diesen Tagen, mit Sicherheit regnet es bald wieder jede Menge rote Rosen. Verpackt waren diese in den Laderäumen großer Fracht-Jets. Allein die Lufthansa Cargo flog zuletzt aus Afrika oder Südamerika vor dem 14. Februar 1500 Tonnen oder 40 Millionen florale Liebesboten ein. In Nürnberg fiel der Startschuss zur alljährlichen Blumen-Invasion.

Unschwer zu erahnen: Der Valentinstag wirft seine Schatten voraus. Es naht der Ansturm auf Floristen und Gärtnereien. Ihr Umsatz steigt in dieser Februarwoche auf das Doppelte des Normalwertes. An diesem Punkt streiten sich natürlich die Geister: Purer Kommerz oder liebenswertes, romantisches Brauchtum? Historisch geht die Rosenflut auf jeden Fall auf einen christlichen Märtyrer namens Valentinus zurück. Im dritten Jahrhundert nach Christus soll dieser in Rom lebende Priester Verliebte getraut haben, obwohl es ihm der amtierende Kaiser verboten hatte. Der sah es halt lieber, dass sich seine männlichen Untertanen auf das Kriegshandwerk als auf die Liebe konzentrierten. Nach der Zeremonie, heißt es, hat Valentin dem Brautpaar stets Blumen aus seinem Garten überreicht. Genutzt hat ihm und diesem Brauch damals das allerdings nicht. Zur Bestrafung ließ ihn der Kaiser enthaupten, und zwar am 14. Februar 269. 200 Jahre später ging sein Namenstag bis ins 20. Jahrhundert in den kirchlichen Kalender ein.

Für die weltweite Erfolgs- bzw. Exportgeschichte des Valentinstags sind im Spätmittelalter vor allem die angelsächsischen Länder verantwortlich. Was mit schwärmerischen Gedichten und Feiern für Verliebte begann, führte bald auch zu kleinen Geschenken. Im Viktorianischen Zeitalter kam unter Liebenden der Brauch auf, sich gegenseitig dekorierte Karten zu schicken. Mit den englischen Auswanderern kamen diese Traditionen dann nach Amerika. Und von dort aus nach dem 2. Weltkrieg auch zu uns: Just in Nürnberg fiel hierzulande 1950 mit einem von US-Soldaten veranstalteten Valentinsball der Startschuss für den Tag der Blumen und der kleinen Geschenke.

Die müssen aber nicht unbedingt zum großen Kassensturz führen, wie eine aktuelle Umfrage des Nürnberger Schreibgeräteherstellers STAEDTLER Mars ergab. Zum Tag der Liebe wünschen sich vor allem Frauen ein Geschenk mit individuell-kreativer Note, das zeigt die in seinem Auftrag im Dezember 2016 durchgeführte Innofact-Umfrage. Noch stehen zwar bei beiden Geschlechtern gekaufte Präsente am höchsten im Kurs: Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) gab an, ihre Valentinsüberraschung lieber im Kaufhaus oder online zu besorgen. Und natürlich lässt auch der Klassiker, ein schöner Blumenstrauß, die Herzen höher schlagen.

Selbstgebasteltes oder -gemachtes ist aber heiß ersehnt, so die Umfrage-Ergebnisse weiter. Jede vierte Frau wünscht sich z.B. einen handgeschriebenen Liebesbrief. Bei Männern hingegen geht die Liebe in erster Linie durch den Magen: Jeder vierte Deutsche freut sich am meisten über selbstgemachte Leckereien, die ihm die Liebste zubereitet. Blumen wünschen sich dagegen gerade mal acht Prozent der Herren. Etwas überraschend: 70 Prozent der befragten Männer haben schon einmal einen Liebesbrief erhalten, während 40 Prozent der Frauen bisher leer ausgingen.

Auf geht’s also, meine Herren! Selbstgemachtes wird offenbar nie unmodern, selbst in Zeiten von Twitter, WhatsApp, Facebook & Co., denn der Liebesbeweis muss auch für die Onliner-Generation nicht zwingend im Netz stattfinden. Die Umfrage ergab nämlich auch, dass selbst 60 Prozent der jungen Frauen unter 30 Jahren (18 bis 29 Jahre) schon einmal einen handgeschriebenen Brief von ihrem Partner geschenkt bekommen haben.