Medikamente können helfen, Komplikationen beim Schlaganfall zu verhindern. Welche und wie genau, wird nun erforscht. Foto: epd

Medikamente können helfen, Komplikationen beim Schlaganfall zu verhindern. Welche und wie genau, wird nun erforscht. Foto: epd

Insbesondere bei älteren Patienten besteht nach Schlaganfällen ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen wie Infektionen oder Fieber. In einem neuen europaweiten Forschungsprojekt wird jetzt untersucht, ob eine einfache medikamentöse Behandlung das Risiko von Tod oder schwerwiegenden Komplikationen verhindern kann.

Ältere Patienten erleiden häufiger Komplikationen, die zu einer erhöhten Sterblichkeit sowie einem erhöhten Risiko, ein Pflegefall zu werden, führen. In der neuen Studie mit dem Akronym PRECIOUS wird eine präventive medikamentöse Behandlung von Schlaganfallkomplikationen bei Patienten im Alter von über 66 Jahren mit einer Standardtherapie verglichen. Zusätzlich eingesetzt werden Antibiotika, Medikamente zur Fiebersenkung und zur Anregung der Darmperistaltik.

Die Studienleitung in Deutschland liegt in Händen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Der internationale Forschungsverbund wird in den kommenden fünf Jahren mit sechs Millionen Euro von der EU gefördert. Priv.-Doz. Dr. Götz Thomalla, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Schlaganfallforschung der Klinik für Neurologie, sagt: “Mit diesem Ansatz können wir sehr wahrscheinlich die Schlaganfallbehandlung für eine der schwersten betroffenen Gruppen von Patienten entscheidend verbessern.”

Projektkoordinator Dr. Bart van der Worp vom Universitätsklinikum Utrecht, Niederlande, geht noch einen Schritt weiter: “Wir hoffen, dass wir mit der vorbeugenden Behandlung mit günstigen und sicheren Medikamenten die Chancen auf eine vollständige Genesung nach einem Schlaganfall steigern, sowohl innerhalb Europas als auch darüber hinaus. Diese einfache und allgemein verfügbare Behandlungsstrategie hat das Potenzial, jährlich mehr als 25.000 ältere Europäer vor dem Tod oder einer Behinderung aufgrund eines Schlaganfalls zu bewahren – und das bei gleichzeitig sehr niedrigen Kosten.”

In die klinische Prüfung sollen 3.800 Patienten in 80 Zentren eingeschlossen werden. An dem Projekt sind neben Deutschland zehn weitere europäische Länder beteiligt. Europaweit wird das PRECIOUS-Konsortium vom Universitätsklinikum Utrecht koordiniert. Das UKE ist zusammen mit dem auf dem UKE-Gelände angesiedelten Clinical Trial Center (CTC) North für die Organisation, Durchführung und Überwachung der Studie in Deutschland verantwortlich. UKE und CTC bauen dabei auf eine bereits bestehende Zusammenarbeit in der klinischen Schlaganfallforschung auf.