Fledermäuse benötigen bei der Hitze manchmal die Hilfe von Menschen. Foto: Hans-Joachim Fünfsteuck

Fledermäuse benötigen bei der Hitze manchmal die Hilfe von Menschen. Foto: Hans-Joachim Fünfsteuck

Mit den erneut hochsommerlichen Temperaturen beginnt eine weitere Leidenszeit für viele Fledermäuse in Bayern. Wie schon zur letzten Hitzewelle erwartet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) wieder zahlreiche Anrufe von besorgten Naturfreunden, die jetzt wieder vermehrt verunglückte Jungtiere finden. Betroffen sind dabei vor allem Fledermäuse, die an oder in Gebäuden ihr Quartier haben und dort in tödliche Hitzefallen geraten. Wenn bei hohen Temperaturen keine Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann der Nachwuchs nicht einfach seine Behausung verlassen. Beim verzweifelten Versuch der unerträglichen Hitze zu entkommen fallen viele aus dem Quartier oder flüchten in darunter liegende Wohnungen. Fledermäuse finden in den bayerischen Wäldern schon lange immer weniger natürliche Höhlenbäume für ihre Quartiere.

Deshalb siedeln inzwischen zahlreiche Arten wie Zwerg- oder Bartfledermaus vermehrt an und in Gebäuden. „Dort finden sie viel leichter Spalten und Hohlräume, in denen sie ihre Jungen aufziehen können“, erklärt LBV-Fledermausexperte Rudolf Leitl. Fledermäuse bevorzugen dabei relativ warme und zugluftfreie Quartiere. Im kühlen Frühjahr 2015 habe sie darum oft
Verstecke gewählt, die sich schnell erwärmen. Doch ausgerechnet diese Standorte werden jetzt für sie zur Todesfalle, da die Fledermäuse in den Gebäuden der Hitze meist ohne Ausweichmöglichkeit ausgeliefert sind.

Der LBV rät deshalb: Wer heruntergefallene Fledermäuse findet, sollten diese an einen kühleren und vor Katzen sicheren Platz bringen. „Wenn man den Tieren mit einer Pipette oder einem Teelöffel etwas Wasser an den Mund hält, trinken diese oft bereitwillig“, weiß Leitl. Meist reicht es, die Tiere auf einen schattigen Baum zu setzen. Man kann sie bis zur Dämmerung aber auch in einem Karton aufbewahren und dann erst frei lassen. Fledermäuse sollten wie alle Wildtiere möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden, weil sie eventuell auch Krankheiten übertragen können.