In der Seniorenwohngemeinschaft Reichenberg bei Würzburg fühlen sich die Bewohner wohl. Die Bagso fordert bezahlbaren Wohnraum für ältere Menschen. Foto: epd

In der Seniorenwohngemeinschaft Reichenberg bei Würzburg fühlen sich die Bewohner wohl. Die Bagso fordert bezahlbaren Wohnraum für ältere Menschen. Foto: epd

Als Interessenvertretung älterer Menschen tritt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) dafür ein, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Menschen, die es wünschen, auch im hohen Lebensalter zu Hause und in der vertrauten Nachbarschaft leben können.
In einem Grundsatzpapier fordert die BAGSO, die über ihre mehr als 100 Mitgliedsverbände rund 13 Millionen ältere Menschen in Deutschland vertritt, die politisch Verantwortlichen im Bund, in den Ländern und Kommunen dazu auf, den Kostenanteil des Wohnens am Gesamteinkommen in Grenzen zu halten und Investitionen in familienphasen- und alternsgerechte Neubauten und Bestandssanierung zu fördern.
Die Kosten für das Wohnen setzen sich aus verschiedenen Posten zusammen: Miete oder Darlehens und Zinstilgung, Nebenkosten, Energiekosten. Im Alter sinkt in der Regel das verfügbare Einkommen und entsprechend steigt der prozentuale Anteil, der für die Wohnkosten aufgebracht werden muss. Das Wohnen bei guter Qualität bezahlbar zu halten, ist eine Aufgabe vieler: Die Kommune legt die Grundsteuer, die Abgaben und die Preise für kommunale Grundstücke fest. Das Land bestimmt die
Grunderwerbsteuer, der Bund die Energiesteuer. Wir fordern die Politik aller Ebenen auf, den Kostenanteil des Wohnens in Grenzen zu halten und auf eine familien- und altersfreundliche Gestaltung der Kostenstrukturen zu achten. Das gesetzliche Wohngeld für Mieter und der Lastenzuschuss für selbstnutzende Wohneigentümer müssen der Kostenentwicklung entsprechend angehoben werden.
Der 2010 gestrichene Zuschuss zu Heizkosten ist bedarfsgerecht wieder einzuführen. Die Länder sind auch mit Blick auf Menschen mit geringem Einkommen in der Pflicht, den sozialen Wohnungsbau neu zu beleben, der von vornherein alternsgerecht sein sollte. Investitionen in nachhaltige, familienphasen und alternsgerechte Neubauten sowie in eine entsprechende Bestandssanierung sind zu fördern.
„Schon heute fehlen mindestens 2,5 Millionen barrierearme Wohnungen. Ältere Menschen werden durch bauliche Barrieren wie Treppen, fehlende Aufzüge oder nicht-barrierefreie Bäder in ihrer Selbständigkeit eingeschränkt. Die Beseitigung baulicher Barrieren gilt nicht nur für den Wohnraum, sondern auch für das gesamte Wohnumfeld“, so die Vorsitzende der BAGSO und ehemalige Bundesfamilienministerin Prof. Dr. Ursula Lehr
Die BAGSO fordert u.a. gesetzliche Grundlagen zur Förderung barrierefreien Wohnens bei Neubauten und Sanierungen, eine präventive Gestaltung des Wohnumfelds, die Förderung alternativer Wohnformen und sozialer Netze wie Nachbarschaften, bezahlbare haushaltsnahe Dienstleistungen sowie den Ausbau wohnortnaher Beratungsstellen.
Das ausführliche Positionspapier zum Thema „Wohnen im Alter – oder: Wie wollen wir morgen leben?“ steht zum Download unter www.bagso.de zur Verfügung. Gern können Sie eine gedruckte Version – auch in größerer Stückzahl – bei der BAGSO anfordern.