Foto: Rainer Sturm / Pixelio.de

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In Kürze geht in Frankfurt am Main die erste Messe an den Start, die sich branchenübergreifend mit den Auswirkungen einer alternden Gesellschaft in Deutschland beschäftigt. Die Veranstaltung am 29. und 30. Oktober richtet sich an Fachbesucher aus dem Wohnungs-, Bau- und Pflegesektor.
Geburtenrückgang, Alterung und schrumpfende Bevölkerungszahlen sind bereits heute länderübergreifende Phänomene. Das Marktforschungsinstitut TNS Emnid kommt in seiner Umfrage „Wie wollen wir im Alter wohnen?“ zu dem Ergebnis, dass allein in Deutschland bereits in 15 Jahren das Wohnen 70plus ein Viertel des gesamten Wohnungsmarktes ausmachen wird. Mit der „Zukunft Lebensräume“ will die Messe Frankfurt daher allen Branchen Impulse zum demografischen Wandel geben.
„Die ‚Zukunft Lebensräume‘ soll sich als Expertentreffen für Branchenvertreter aus dem Wohnungs-, dem Bau- und dem Pflegesektor etablieren. Wohnungsunternehmen, Bauträger und Projektentwickler, Investoren, Stadtplaner und Architekten, Vertreter aus Handwerk sowie der breit gefächerten Gesundheits- und Pflegewirtschaft finden hier eine einmalige Kommunikationsplattform“, sagt Klaus Reinke, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Frankfurt Exhibition GmbH.
„Lebensräume für ein selbstbestimmtes Leben – worüber reden wir eigentlich?“ Dieser nur scheinbar einfachen Fragestellung gehen hochkarätige Podiumsteilnehmer gleich zur Auftaktveranstaltung der neuen interdisziplinären Frankfurter Kongressmesse nach. Vertreter der wichtigsten beteiligten Branchen stellen sich damit einem der brisantesten Themen unserer Zeit – dem demografischen Wandel mit seinen weitreichenden Folgen. Axel Gedaschko (Präsident, GdW Bundesverband Deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.), Rolf Höfert (Geschäftsführer, DPV Deutscher Pflegeverband e. V.), Walter Rasch (Präsident, BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V.) und Barbara Ettinger-Brinckmann (Präsidentin, Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen) nehmen eine realistische Bestandsaufnahme vor und geben deutliche Empfehlungen für die Zukunft.
Im Hauptprogramm des zweitägigen Kongresses mit begleitender Fachmesse beschäftigen sich Expertenrunden und Vorträge mit der großen Vielfalt innovativer Lösungsansätze aus den Bereichen Bauen, Wohnen und Pflege. Allen drei Branchen eröffnet der altersbedingte strukturelle Wandel einen vielversprechenden Wachstumsmarkt. Einige Themenschwerpunkte: „Stadtquartiere von morgen“, „Gesundheitsrelevante Angebote von Wohnungsunternehmen“, “Integrierte Versorgungsangebote in ländlichen Regionen“, „Soziale Dienstleistungen“, „Design und Wohnraumgestaltung für Senioren“, „Mehrgenerationen-Bauprojekte“ oder das „Pflegeheim als Lebenswelt“.
Neben den Entwicklungen in Deutschland stehen internationale Modellprojekte im Mittelpunkt. Denn auch die europäischen Nachbarländer stehen vor der demografischen Herausforderung und suchen nach passenden Strategien. Besucher können so an einem internationalen Gedanken- und Erfahrungsaustausch teilhaben: Unter anderem ist die Präsentation einer niederländischen Siedlung ausschließlich für Demenzkranke vorgesehen sowie die der innovativen Architekten-Idee der „Wohnüberbauung“ aus der Schweiz.
Zeit für den Informationsaustausch im kleineren Kreis gibt es während sogenannter „Meet the expert“-Runden – Gespräche mit Fachleuten aus allen drei Disziplinen. Deren Inhalte spiegeln die ganze Bandbreite des Veranstaltungsthemas wider: Von „Recht und Rechtssicherheit“ über die „Versorgung und Pflege von Dementen“ bis zur „Vorstellung intelligenter Systeme zum selbstbestimmten Leben“ werden Sachverhalte im Brennpunkt erörtert. Dazu gehört auch die zentrale Frage nach der „Finanzierung und Förderung von Konzepten“. Bei einem Get-together am Abend des 29. Oktober besteht darüber hinaus für alle Teilnehmer die Gelegenheit, mit Gästen aus Wirtschaft, Verbänden und Politik ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.
Als weitere Programmschiene steht den Fachbesuchern an beiden Veranstaltungstagen ein innovatives Technikforum offen, auf dem die neuesten Errungenschaften im Bereich „Ambient Intelligence“ vorgestellt werden. Ebenso stehen konkrete bauliche Herausforderungen im Mittelpunkt, beispielsweise Barrierefreiheit für kleine Bäder im Bestand, die Lebensraum-Erweiterung durch Balkonverglasungen oder auch der Einbau von Aufzügen. Dies sind nur einige der vielen kleinen und großen Anpassungen, die es im Kontext der sich verändernden Alterspyramide in Zukunft vorzunehmen gilt.
Das Kongressprogramm findet man unter: http://zukunftlebensraeume.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/kongress.html