Snacks sind zunehmend Thema von Forschungsarbeiten und in den Medien. Dabei werden vor allem Vorwürfe laut: Sie sind zu fett, zu süß oder insgesamt ungesunde „Dickmacher”. Snacks gelten als gesundheitlich, physiologisch und soziokulturell problematisch. Doch ist der Snack tatsächlich so schlimm wie er scheint? Worauf basieren die Vorwürfe und wie haltbar sind sie?

Selbst die Pommes zwischendurch müssen nicht immer per se schlecht sein... Foto: epd

Selbst die Pommes zwischendurch müssen nicht immer per se schlecht sein… Foto: epd

Snacks sind Trendprodukte der Industrie und verführen die Verbraucher; sie lösen feste Mahlzeiten ab und führen zu disziplinlosem Essen – soweit das Vorurteil. Die Dr. Rainer Wild-Stiftung für gesunde Ernährung hat sich mit diesen Vorwürfen beschäftigt und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Snacken bedeutet nicht immer zu viel oder falsch zu essen und nicht alle Snacks sind per se gesund oder ungesund, gut oder schlecht.
So könnten Snacks zwar traditionelle Mahlzeiten ablösen, ermöglichten aber auch freie und spontane Essentscheidungen und direkte Bedürfnisbefriedigung. Sie stünden damit schlicht im Gegensatz zu traditionellen Werten, entsprächen aber schlicht dem modernen (Ess-)alltag und dessen Anforderungen. Snacken sei daher aus der gegenwärtigen und zukünftigen Ernährungswelt nicht mehr wegzudenken.
Dabei scheint der informelle Charakter der Esssituation bzw. die Essmotivation viel bedeutender zu sein als das Lebensmittel an sich. Nach Ansicht der Forscher sollte daher das Thema  nicht auf die Frage „Was wird gesnackt?“ reduziert werden, denn mindestens genauso bedeutend sei, wann, wo, wie, warum, von und mit wem gesnackt wird. Wichtig sei wie bei vielen anderen Dingen auch ein reflektierter Umgang mit dem eigenen Essverhalten. Wer das beherrsche, sei auch in der Lage, gesundheitlich günstiges von weniger günstigem Snackverhalten zu unterscheiden und Snacks als eine moderne Form des Essens für sich zu nutzen. Snacks dürfen also durchaus alltäglich sein.
Das vollständige Themenpapier findet sich hier.