Drei Frauen mit unterschiedlichen Stilen geben Antwort und machen Mut zur Mode. Allen ist gemeinsam, dass sie Spaß an einem stimmigen Erscheinungsbild haben. Zudem wissen unsere Vorzeige-Frauen ganz genau, was zu ihnen passt.
Rosa Volkamer, 80 Jahre:
Die temperamentvolle Dame mit ungarischem Blut in den Adern empfängt ihre Besucher in einem tollen Ensemble aus einem blau-rot-grünen Kleid  und schwarzem Blazer, das sie mit einem schwarzen Hut krönt. In ihrem Kleiderschrank finden sich viele farbige Kleider, die gerade geschnitten sind. Dazu besitzt sie farblich passende Jacken, mal festlich, mal sportlich zum Kombinieren. Eine ganze Reihe an Kleidungsstücken ist seit Jahren fester Bestandteil ihrer Garderobe. Von jedem Teil weiß sie noch genau, wo sie es gekauft hat und wie viel es gekostet hat. Das meiste hat eine Schneiderin extra für die 1,56 Meter große Dame angefertigt. Rosa Volkamer geht gerne zum Tanzen in den Reichelsdorfer Keller oder in die Gaststätte »Zur Metzger-Innung«. Das hält sie jung.
35 Jahre lang hat sie einmal pro Woche eine Stunde an einer Tanzgymnastik teilgenommen. So hielt sie ihre Figur. In der Loges Schule für Tanz und Gymnastik in Nürnberg-St. Peter lernte sie, sich entsprechend zurecht zu machen. Noch heute zieht sie sich gerne gut an, wenn sie zum Tanzen ausgeht. Ob ein Pailletten-Oberteil oder eine Goldweste: Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ruft regelmäßig Bewunderer auf den Plan. Die Kropfbänder, die sie gerne trägt, fertigt Rosa Volkamer selber.
Die Liebe zur Mode sei durch das Tanzen entstanden, mit dem sie schon als 16-Jährige begonnen hat, berichtet sie. Um auf dem Laufenden zu bleiben, was die Trends angeht, blättert die ehemalige Verkäuferin gerne mal in Modezeitschriften. »Man muss sich mögen, um sich gut zu kleiden«, lautet das Credo der flotten Seniorin.
Helene Tusche, 66 Jahre:
mode mode10_ma_310113Die schlanke Frau ist extrem wandlungsfähig. Deshalb modelt sie seit Jahren gerne für Modehäuser und auf Messen. Bei der Inviva im Nürnberger Messezentrum hat sie ebenfalls schon Trendiges präsentiert. Privat pflegt sie einen sportlich-eleganten Stil, bei dem jedes Detail sorgsam ausgewählt wurde.
Die disziplinierte Frau verändert die Kleidungsstücke gerne individuell mit Applikationen, Knöpfen und Accessoires. Zum braunen Oberteil mit brauner Hose trägt sie nicht nur Stiefel, sondern auch gestrickte Stulpen, eine zweireihige Bernsteinkette, ein Bernsteinarmband sowie passende Ohrringe. In ihrem Ankleidezimmer steht eine Stange, an der sich verschiedene Kombinationen zusammenstellen lassen. Aus praktischen Gründen wählt Helene Tusche gerne ein schlichtes Teil, beispielsweise einen schwarzen Overall, den sie mit farblich aufeinander abgestimmter Jacke und Gürtel sowie Umhängetasche zu einem Hingucker macht.
Seit mehr als 50 Jahren hält die gertenschlanke Frau ihre Figur. Ihr Geheimnis ist Zurückhaltung beim Essen, jedoch treibt sie keinen Sport. Ihre große Auswahl an Outfits ergänzt sie stets durch neue Teile, dabei bleibt sie immer ihrer eigenen Linie treu. Ihr Trick: Unten dunkle Farben, oben leuchtende, kräftige Töne. Ihr Motto: »Wenn man sich wohlfühlt, strahlt man das aus.« Zudem hat sie auf einer Modelschule gelernt, Mode zu präsentieren. Das macht ihr Spaß, entspricht ihrer kreativen Ader und bringt sie immer wieder in Kontakt mit den neuesten Trends. Davon lässt sich Helene Tusche nur inspirieren, um sie in ihren eigenen Stil zu integrieren.
Anne-Kathrin Merz,
66 Jahre:
mode hosen04_ma_310113Ihre modische Hoch-Zeit hatte die elegante Frau während ihrer Jahre als Verkäuferin in der Nürnberger Boutique Carnaby’s Shop. Damals hat sie immer schon abends entscheiden müssen, was sie am nächsten Tag tragen wird, damit sie den Nagellack farblich darauf abstimmen konnte, erinnert sie sich.
In dieser Zeit entwickelte sie ihre eigene Note. Manchmal probierte sie die Textilien im Geschäft aus, und die Kolleginnen kommentierten das Aussehen. Anfang der 90-er Jahre hörte Anne-Kathrin Merz dort auf und wechselte in die Telefonzentrale der Nürnberg Messe.
Dort fiel ihre Art, sich stilsicher zu kleiden, positiv auf. Anne-Kathrin Merz bevorzugt ein kräftiges Rot oder Blau. Die Grundgarderobe ist schlicht und wandelbar. In den letzten Jahren hat sie sich Schuhe und Taschen immer in Schwarz gekauft, früher wählte sie beides in auf einander abgestimmten Farben. Jetzt kombiniert sie den sportlichen Hosenanzug mit farbigen Jacken, Tüchern und Ketten.
Modefarben interessieren sie heute nicht mehr, und sie empfindet das als Erleichterung. Dabei kann sie Vieles tragen. In einem schlichten schwarzen Kleid, mit einer Perlenkette aufgepeppt, ist sie passend für einen festlichen Abend gekleidet. In Jeans und Blazer geht sie zum Einkaufen. Im Sommer bevorzugt sie Röcke, und im Urlaub steht für die Frau mit skandinavischen Wurzeln die Lässigkeit im Vordergrund. Ein leichtes Kleid ist der perfekte Dress für die Mittsommernachtsparty.
Ihren Bestand durchforstet Anne-Kathrin Merz regelmäßig, was zwei Jahre nicht mehr getragen wurde, landet zunächst im Keller. Damit ist wieder Platz für Neues, und das leistet sich Anne-Kathrin Merz gerne, wenn auch nicht mehr so häufig wie zu der Zeit, als sie noch an der Quelle saß und in der Boutique arbeitete.
Petra Nossek-Bock
Fotos: Michael Matejka

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