Katharina Glaß, Projektleiterin der Messe Inviva in Nürnberg. Foto: Cindric

Interview mit Katharina Glaß, Projektverantwortliche für die Seniorenmesse Inviva, über das neue Erscheinungsbild der Messe im Jahr 2013.
sechs+sechzig: Ist die Inviva schon so in die Jahre gekommen, dass sie ein neues Erscheinungsbild braucht?
Katharina Glaß: Seit 2009 findet die Inviva im Messezentrum statt. Das ist für uns Anlass genug, um über eine Veränderung nachzudenken. Schließlich ist die Messe in dieser Zeit wunderbar gewachsen, und wir möchten sie weiter ausbauen.
An welche Bereiche denken Sie dabei zuerst?
Glaß: Ganz klar an die Segmente Gesundheit und Reisen. Mit Sicherheit auch an das Thema neue Medien. Hier gibt es eine sehr rasante Entwicklung. Wir gehen verstärkt auf Aussteller zu, an deren Ständen die Besucher Gelegenheit haben, etwas zu testen. Egal, ob es sich dabei um einen Tablet-PC handelt oder um ein Smartphone. Man muss nicht 60 sein, um sich dafür auf einer Messe wie der Inviva zu interessieren. Auch Jüngere haben Schwierigkeiten im Umgang mit solchen Geräten. Wir haben selbst im Team erst kürzlich mit einem Tablet-PC gekämpft, und es hat eine Weile gedauert, bis er so funktioniert hat, wie er sollte.
Haben Sie Erfahrungen, ob tatsächlich die Kinder für ihre Eltern die Messe besuchen? Schließlich sind 70-Jährige heute doch meistens so fit, dass sie all diese Dinge selbst für sich regeln möchten.
Glaß: Wir beobachten tatsächlich, dass sich zunehmend Besucher für ihre Eltern informieren, aber natürlich kommen auch die Eltern selbst. Das sind dann oft ganze Freundinnengruppen, die da gemeinsam zur Messe kommen. Die Damen sind häufig die treibende Kraft, wenn es heißt: »Auf geht’s, wir gehen zur Inviva.«
Es wird ein umfangreiches Vortragsprogramm angeboten, das bis in die Abendstunden reicht. Halten Sie an diesem geballten Informationspaket fest?
Glaß: Das Vortragsprogramm ist sehr erfolgreich. Es wird vom Seniorenamt der Stadt Nürnberg organisiert. Hier werden unabhängig von geschäftlichen Interessen eine Menge wichtiger Themen angesprochen. Die Dichte des Angebots ist gewollt. Der Besucher hat die Möglichkeit, das auszuwählen, was ihn besonders interessiert.
Ein Herzstück aller Seniorenmessen, egal ob in Nürnberg oder in anderen Städten, ist das Bühnenprogramm. Welchen Schwerpunkt setzen Sie dabei 2013?
Glaß: Das ist die Lebenswelt Andalusien – analog zu Japan im vergangenen Jahr. Es soll ein Eindruck von der dortigen Kultur mit allen Sinnen vermittelt werden. Da geht es um Kulinarisches, die Geschichte, Kunsthandwerk und Touristisches. Wir wollen aber kein Klischee behaftetes Disneyland zeigen. Deswegen ist der Partner, der den Schwerpunkt inhaltlich gestaltet, ein Spanier, der gerade von Anbieter zu Anbieter reist und für die Idee wirbt.
Spielt Andalusien auch in Ihrem neuen Werbeauftritt eine Rolle, wechselt man bei der Präsentation der Inviva jetzt von seriös zu frech?
Glaß: Mit den Plakaten zu Andalusien wollen wir Urlaubsstimmung erzeugen. Wir sind durch die neue Kampagne flexibler, können mehr Motive zeigen. Das Motiv für Spanien ist ein Schnappschuss, der Lebenslust wiedergeben soll. Die Botschaft lautet: Man kann auch über die Stränge schlagen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Und trotzdem seriös sein.
 Bleibt die Zahl der Hallen gleich oder wächst die Ausstellerfläche weiter?
Glaß: Bisher reicht uns die Aussteller-Fläche, obwohl die Messe kontinuierlich immer größer wird. Das ist auch erklärtes Ziel, denn wir wollen den Besuchern noch mehr Vielfalt bieten.
Interview: Petra Nossek-Bock
Foto: Mile Cindric

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