Weniger körperliche Gewalt als vielmehr psychische Attacken müssen Ältere oft aushalten. Foto: epd

Wenn älteren Menschen Gewalt widerfährt, dann treten meistens gleich mehrere Gewaltformen gleichzeitig auf. Einmalige Gewalthandlungen gebe es selten, meist bestünden sie dauerhaft. Das berichtet die Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e. V. aus ihrer praktischen Arbeit.
Die Bonner Initiative gegen Gewalt e. V. war die erste Notruf- und Krisenberatungsstelle für ältere Menschen in Deutschland. Sie hat in den 15 Jahren ihres Bestehens über 35.000 Anrufe erhalten und 3.300 Beratungen durchgeführt.
Aus den Gesprächen ergebe sich ein deutliches Bild über Gewalt im Alter, sagen die Berater: So sind die häufigsten Formen der Gewalt im häuslichen Bereich und in Institutionen seelische Misshandlung, Vernachlässigung, freiheitsentziehende Maßnahmen, Missachtung von Gesetzen und finanzielle Ausbeutung. Ein Teil der Anrufer, besonders Angehörige, klagten außerdem über verschiedene Formen des Missbrauchs des Betreuungsrechts.
Hilfe finden Betroffene nicht nur bei der Bonner Initiative gegen Gewalt im Alter e. V., sondern auch bei den 15 Einrichtungen aus ganz Deutschland, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Krisentelefone, Beratungs- und Beschwerdestellen für alte Menschen (BAG) organisiert sind.