Wer Krankheiten im Alter vorbeugen will, sollte auf eine gesunde Ernährung und sportliche Betätigung achten. Foto: epd/Werner Krueper

Im Alter gelten besondere Regeln. Während der Körper in jungen Jahren Knochenbrüche oder grippale Infekte gut verkraftet, können dieselben Beschwerden später schwerwiegende Konsequenzen haben. „Ab einem bestimmten Lebensabschnitt erhöht sich das Erkrankungsrisiko“, erklärt Dr. Ovidiu Petcu, Facharzt für Innere Medizin, Geriatrie und Palliativmedizin von Radprax Plettenberg.

Folglich sollten ältere Menschen einen besonderen Fokus auf ihre Gesundheit legen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt, ausreichend Bewegung sowie ein soziales Umfeld gehören zu den Eckpfeilern für ein langes, zufriedenes Leben.

Muskel- und Skeletterkrankungen
Spätestens ab dem 50. Lebensjahr beginnt sich der gesamte Bewegungsapparat zu verändern. Knochen- sowie Muskelzellen bauen sich nach und nach ab, was den Körper anfälliger für Verletzungen macht. In einigen extremen Fällen treten dabei sogar schwere Verschleißerscheinungen wie Osteoporose oder Arthrose auf. Um auch in hohen Alter gesund zu bleiben, helfen eine kalziumreiche Ernährung und 15-minütige Spaziergänge an der Sonne. „UV-Strahlungen im natürlichen Licht bilden in Zusammenarbeit mit der Haut Vitamin-D, das wiederum die Kalziumaufnahme reguliert und dadurch die Knochenbildung fördert“, betont der Experte. Zusätzlich führt regelmäßige, sanfte Belastung zu einer Kräftigung der Muskeln, die für Stabilität sorgen und das Verletzungsrisiko senken. Besonders eignen sich hierfür gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren und Walking. Gleichzeitig sollten ältere Menschen immer darauf achten, eine Überlastung zu vermeiden. Ruckartigem Heben und plötzlichen Drehungen halten poröse Knochen ab einem bestimmten Punkt nicht mehr stand.

Erkrankungen des Gehirns
Im Vergleich lässt sich ein langfristiger Verlust der Nervenzellen nur schwierig vorbeugen. Viele Ursachen von Demenz, bei der Betroffene mit der Zeit geistige Funktionen wie Erinnern und Orientierung verlieren, gelten beispielsweise bis heute als nicht geklärt. Dementsprechend bietet die Medizin bisher keine Behandlungsmaßnahmen, die eine vollständige Genesung garantieren. Um jedoch das Erkrankungsrisiko zu senken, helfen mentale sowie sportliche Betätigungen. Tritt Demenz dennoch auf, sollten Betroffene auf Anzeichen achten und möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Ähnlich verhält es sich mit Parkinson. Symptome wie Zittern und verlangsamte Bewegung sollten Betroffene unbedingt ernst nehmen. „Regelmäßige Untersuchungen empfehlen sich besonders dann, wenn es bereits zu familiären Vorerkrankungen kam“, erklärt Dr. Petcu. Erkennen Experten Beschwerden rechtzeitig, lässt sich mit Krankengymnastik und Medikamenten Lebensqualität erhalten und der Verlauf hinauszögern. Häufig treten Parkinson und Demenz auch zusammen auf. So steigert sich das Risiko bei einem Parkinsonpatienten, an Demenz zu erkranken, ab einem Alter von 75 Jahren um das Sechsfache.

Durchblutungsbedingte Krankheiten
Wie entscheidend der Blutkreislauf zur allgemeinen Gesundheit beiträgt, zeigen zwei der tödlichsten Krankheiten in der westlichen Welt: Schlaganfall und Herzinfarkt. Durch Kalk- oder Fettablagerungen an den Gefäßwänden kommt es oft zu einem Verschluss der Arterien, der langfristig dafür führt, dass Gehirn oder Herz nicht ausreichend mit Blut und dementsprechend Sauerstoff versorgt werden. Um dies vorzubeugen, raten Ärzte, auslösende Faktoren wie ein erhöhter Cholesterinspiegel und Rauchen dringend zu vermeiden, sich ausreichend zu bewegen und auf eine gesunde Ernährung zu achten. Tritt der Ernstfall dennoch ein, gilt „Zeit ist Leben“. Je eher Ärzte eingreifen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Gehirnzellen oder die Pumpfunktion des Herzens erhalten bleiben. Gesundheits-Check-ups zur Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zahlen Krankenkassen bereits ab dem 35. Lebensjahr und dann alle zwei Jahre.

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