Gemeinsam sparen bringt mehr, sagt ein Professor. Foto: epd
Gemeinsam sparen bringt mehr, sagt ein Professor. Foto: epd

Dr. Oskar Goecke, Professor für Versicherungsmathematik und Kapitalmarkttheorie am Institut für Versicherungswesen (IVW) der Fachhochschule Köln ist mit dem Gauss-Preis 2013 ausgezeichnet worden. Der Wissenschaftler hat ein Modell für kollektives Sparen entwickelt, bei dem eine gemeinschaftliche Reserve Verluste einzelner ausgleicht.
Prof. Dr. Oskar Goecke erhält den Gauss-Preis für seine wissenschaftliche Arbeit „Pension Saving Schemes with Return Smoothing Mechanism“. Darin entwickelt er ein Modell für kollektive Sparprozesse, die den Sparern einen hohen Anteil an rentablen – und somit notwendigerweise risikobehafteten – Kapitalanlagen, wie z. B. Aktien erlauben. Kennzeichnend für kollektive Sparprozesse ist eine gemeinschaftliche Reserve, die es ermöglicht, extreme Verluste an den Aktienmärkten auszugleichen. Diese Reserve erlaubt einen Risikoausgleich zwischen den Sparergenerationen. Goeckes Modell beschreibt dabei Regeln, wie die Kapitalanlagen anzulegen sind und der Risikoausgleich gesteuert werden muss.
„Unmittelbar umsetzbar ist das Kollektivspar-Modell in der betrieblichen Altersversorgung; hier sind lediglich geringe Änderungen bei den Bilanzierungsvorschriften erforderlich“, stellt Professor Goecke fest. Auch für die private Altersvorsorge, z. B. die Riester-Rente, könnte das kollektive Sparmodell viele Vorteile für die Sparer bringen, „dann müsste aber der Gesetzgeber einige grundlegende Reformen durchführen“, so Prof. Goecke
Der GAUSS-Preis wird jährlich gemeinsam von DGVFM und DAV ausgeschrieben und soll eine Brücke zwischen wissenschaftlicher Qualität und hoher Praxisrelevanz schlagen. Mit dem Preis werden Versicherungs- und Finanzmathematiker gefördert, die sich mit ungelösten Fragen der Aktuarwissenschaft befassen.

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