Parina Motori. Foto: Rainer Büschel

Parina Motori. Foto: Rainer Büschel

Mein Name ist Parinas Motori und ich bin 19 Jahre alt. Ich bin in Nürnberg geboren und wollte schon immer mal in einer Großstadt leben. Aus diesem Grund hat es mich im Mai 2012 nach Berlin verschlagen. Zurzeit mache ich ein Praktikum beim Magazin sechs-und-sechzig und beschäftige mich mit Generationen übergreifenden Themen aus der Sicht eines jüngeren Menschens:

Cannabis als Medizin

 Die Generation der heute 20- bis 25-Jährigen ist für ihren Drogenkonsum bekannt: Nach meiner Ansicht vor allem für das Rauschtrinken oder auch Komasaufen und das Rauchen von Cannabis. Nach den Zahlen, die die Drogenbeauftragte der Bundesregierung veröffentlichte, sollen etwa 39,2 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren 2011 Cannabis konsumiert haben.
Angesichts dieser Zahlen habe ich mir die Frage gestellt, wie es wohl bei den  anderen Generationen aussieht und bin auf Zahlen gestoßen, die zeigen, dass nicht nur bei Jugendlichen der Konsum hoch ist. Auch Senioren ziehen gerne mal an der Lunte. So berichten britische Medien, dass sich in London, die Rate der Cannabis-Konsumenten bei den 50- bis 64-Jährigen seit 2001 verzehnfacht haben soll (11,4%).
Das muss nicht heißen, dass die Älteren, Cannabis alleine wegen der berauschenden Wirkung konsumieren. Der Wirkstoff in Cannabis („THC“) wirkt auch schmerzlindernd und Angst lösend. Das kann für Schwerkranke zum Vorteil sein. In Deutschland gibt es etwa 40 Patienten, die eine besondere Genehmigung haben, Cannabis wegen ihrer Erkrankung, konsumieren zu dürfen. Denn Cannabis ist zum Beispiel für viele Tourette Syndrom Patienten eine krankheitsmildernde Medizin. Diese neurologisch psychiatrische Erkrankung löst Spasmen und Ticks aus, die durch das Rauchen eines Joints, zurückgehen können, da der Wirkstoff THC das zentrale Nervensystem beeinflusst und das Bewusstsein verändert.
Aber auch in der  Schmerztherapie und Behandlung von Übelkeit bei Tumorschmerzpatienten wird Cannabis eingesetzt. Allerdings weisen Ärzte auch auf das Risiko der psychischen Abhängigkeit hin.
Da aber Cannabis in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt, dürfen ausschließlich nur Ärzte es verschreiben. Außerdem ist es sehr schwierig und langwierig, den Konsum als Medizin genehmigt zu bekommen und die Krankenkasse erstattet die Kosten nicht.
Trotz allem wirkt es für mich, als würde man Cannabis gegenüber, toleranter sein als früher. Jetzt bin ich ja mal gespannt, wie das in zwanzig oder dreißig Jahren ausschaut. Vielleicht gibt es in Deutschland neben Tabakläden auch  Coffeeshops nach holländischem Stil.
 
http://www.youtube.com/watch?v=Sq25nRp2nFw