Frau Doktor ist ab dem 16. April unter 116117 auch außerhalb der Sprechstunde in Notfällen erreichbar. Foto:epd

2009 wurde von der Europäischen Union die EU-weite Einführung der Rufnummer 116 117 für ärztliche Notdienste beschlossen. In Deutschland wurde diese Nummer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für einen „Bereitschaftsdienst für ärztliche Hilfe in nicht lebensbedrohlichen Situationen“ zugeteilt. Unter der bundeseinheitlichen Rufnummer 116 117 können sich Anrufer ab dem 16. April, ab 18 Uhr, in dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Fällen, außerhalb der normalen Praxiszeiten an einen Bereitschaftsarzt in ihrer Umgebung vermitteln lassen. Die Rufnummer wird aus den Fest- und Mobilfunknetzen entgeltfrei erreichbar sein. Die Freischaltung erfolgt für die meisten Regionen Deutschlands am 16. April 2012. In Baden-Württemberg, im Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz und Hessen wird die Nummer mit einigen Monaten Verzögerung freigeschaltet werden, vorübergehend ist dort eine Bandansage zu hören.
Der Ärztliche Notdienst macht erforderlichenfalls auch Hausbesuche; die Entscheidung über die tatsächliche Notwendigkeit obliegt der Einschätzung des Arztes. In der Regel werden gehfähige Patienten in die Praxis bestellt.
Bundesweit ist es in den letzten Jahren zur Gründung zahlreicher zentral gelegener Notfallpraxen gekommen, bei denen mindestens zwei Ärzte im Dienst sind, einer für die in der Praxis erscheinenden Patienten, einer für Hausbesuchsfahrten. Die Notfallpraxen können in der Regel ohne vorherige Terminvereinbarung aufgesucht werden.
Der Ärztliche Notdienst ist für Versicherte der gesetzlichen Kassen  kostenlos. Allerdings muss die Praxisgebühr entrichtet werden, wenn sie noch nicht im Quartal entrichtet wurde.
Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116117 ist nicht  zu verwechseln mit dem Rettungsdienst, der nach wie vor unter dem Notruf 112 erreichbar ist und der in lebensbedrohlichen Fällen Hilfe leistet (z. B.  Herzinfarkt oder Schlaganfall).