Aktives Alter: Unter diesem Motto steht das EU-Jahr 2012. Am Montag beginnt es mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin. Foto: epd

Zum Beginn des Europäischen Jahres 2012 für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen registriert die Deutsche Seniorenliga, dass in weiten Teilen der Bevölkerung bisher Unkenntnis über diese Initiative herrscht. Nach einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Seniorenliga wissen gerade mal 10 Prozent der Bevölkerung von dem Themenjahr. In Deutschland beginnt das Kampagnen-Jahr am kommenden Montag mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird auf der Eröffnungsveranstaltung auf die Bedeutung und die Auswirkungen der demografischen Entwicklung hinwiesen. Das Magazin 66 wird mit seiner Chefredakteurin Petra Nossek-Bock vor Ort vertreten sein und über die Veranstaltungen berichten, die bereits seit Wochen ausverkauft ist.
Übrigens sind sich einer weiteren Umfrage zufolge 71 Prozent der Europäer darüber im Klaren, dass die Bevölkerung Europas immer älter wird. Aber nur 42 Prozent finden diese Entwicklung besorgniserregend. Dies steht im krassen Gegensatz zur Wahrnehmung der politischen Entscheidungsträger, die die demografische Entwicklung als problematisch ansehen. Die Deutsche Seniorenliga (DSL) begrüßt und unterstützt deshalb die Initiative und die damit verbundene Auseinandersetzung: „Angesichts der demografischen Entwicklung in allen Ländern Europas steht die ernsthafte Förderung aktiven Alterns unumstößlich auf der Tagesordnung“, meint Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL: „In Zeiten, in denen die Jüngeren weniger und die Älteren mehr werden, setzt dieses Themenjahr ein generationenübergreifendes Signal. Die Herausforderungen gesellschaftlichen Wandels zu meistern und seine Chancen sinnvoll zu nutzen, sind unabdingbare Pflichtaufgaben für die gesamte Gesellschaft.“ Vor diesem Hintergrund fordert Hackler, den Worten sichtbar Taten folgen zu lassen: „Die Zeit der Diskussionen und Lippenbekenntnisse muss vorbei sein: Wir brauchen Nägel mit Köpfen. Das beginnt mit der Bildungs- und Erziehungsarbeit in Familien und Schulen und setzt sich dort fort, wo Handel, Banken und Industrie Jugend und Alter gleichermaßen Respekt erweisen!“
Während die Bevölkerung in Europa im erwerbsfähigen Alter stetig abnimmt, wird ab 2012 die Zahl der über 60-Jährigen jährlich um etwa zwei Millionen zunehmen. Zwischen 2015 und 2035 wird der stärkste Umschwung erwartet. Dann werden die sogenannten „Babyboomer“, die geburtenstarken Jahrgänge, in Ruhestand gehen. „Wir müssen die Rahmenbedingungen aktiven Alterns und insbesondere für ein unabhängiges Leben im Alter europaweit verbessern! Sinn macht ein solches Jahr nur dann, wenn angemessene Lebens- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die zunehmende Zahl älterer Menschen wirkungsvoll angeboten und fortschreitend verbessert werden“, so Hackler.
„Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik mit dem Ziel greifbarer Resultate ist aber zu wichtig, um in der Vielfalt gesellschaftlicher Themen unterzugehen“, begründet Hackler die Initiative der Seniorenliga: „Auf den demografischen Wandel muss mit klaren Maßnahmen reagiert werden. Nur so können die Möglichkeiten eines gesunden, aktiven Alterns verbessert und der Ausgrenzung und Vereinsamung älterer Menschen entgegengewirkt werden.“ Die fachliche Beratung zu diesem Thema erfolgt durch einen Experten-Pool der Seniorenliga aus relevanten Bereichen der Alternsforschung.