Prof. Ursula Lehr (Vorsitzende der Bagso) ruft zum Tag der älteren Generation dazu auf, den demografischen Wandel ganzheitlich zu betrachten. Foto: Petra Nossek-Bock

Leben wir in einer überalterten Gesellschaft oder in einer Gesellschaft des langen Lebens? Sehen wir ältere Menschen nur als Kostenfaktor an, der die Gesundheits-und sozialen Sicherungssysteme belastet, oder sehen wir auch die Leistungen, die sie für die Gesellschaft erbringen, indem sie ihren Familien finanziell unter die Arme greifen, sie bei der Kinder- bzw. Enkelbetreuung unterstützen, für pflegende Angehörige sorgen und sich darüber hinaus in der Kommune, Gemeinde und Nachbarschaft engagieren, sei es als Lesepaten, Senior Partners in School, Hilfen für Pflegende und Besuchsdienste in Altenheimen?
Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen, der auf Beschluss der Vereinten Nationen seit 20 Jahren an jedem 1. Oktober begangen wird, fordert die BAGSO-Vorsitzende Prof. Dr. Ursula Lehr eine ganzheitliche Sicht auf den demografischen Wandel und die damit verbundenen Probleme und Chancen. „Das Heraufbeschwören eines Horrorszenarios ist ebenso wenig zielführend und hilfreich wie ein Schönfärben.“ Im kommenden Jahr werden durch die Europäische Union zahlreiche Aktivitäten angestoßen, die bei der Umsetzung des Jahresmottos “aktives Altern und der Solidarität zwischen den Generationen” förderlich sind. Die BAGSO, Dachverband von mehr als 100 Organisationen mit rund 13 Mio. älteren Mitgliedern, ist zusammen mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie an der TU Dortmund Träger der Geschäftsstelle zum Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen. Der Deutsche Seniorentag in Hamburg vom 3. bis 5. Mai wird die verschiedenen Altersbilder ebenfalls auf den unterschiedlichsten Blickwinkeln präsentieren.