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Ist die Familien-Pflegezeit ein Konzept, das aufgeht? Darüber wird derzeit heftig gestritten. Foto: epd
Die zum 1. Januar 2012 eingeführte Familienpflegezeit entwickelt sich zum Flop. Das Gesetz, ohne Rechtsanspruch ausgestattet, wird kaum in Anspruch genommen: Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ haben bundesweit nicht mehr als 200 Familien die Pflegezeit in Anspruch genommen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) steht deshalb in der Kritik von Opposition und Presse: „Das Gesetz, das ursprünglich die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf verbessern sollte, geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen vorbei“, moniert die SPD. Kommentatoren fügen hinzu, die Rahmenbedingungen des Gesetzes stimmten nicht. So sei etwa eine Auszeit von lediglich zwei Jahren zu kurz, heißt es in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Außerdem fehle in vielen Unternehmen noch das Bewusstsein für die Pflege-Problematik. Die Bereitschaft, Mitarbeitern entgegenzukommen, sei auch in Zeiten des Fachkräftemangels kaum gewachsen.
Das Bundesfamilienministerium verteidigte jedoch sein Modell der Familienpflegezeit. Es gebe überhaupt keine Statistik zur bisherigen Nutzung des Angebots, sagte ein Ministeriumssprecher, es lägen lediglich Zahlen über jene Fälle vor, in denen das Bundesfamilienamt in Köln bei der Organisation geholfen habe. Insgesamt sei bei der Etablierung solch eines neuen Angebots ein langer Atem nötig.

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