Ein verbesserter Notfallsausweis soll Herzpatienten im Ernstfall helfen. Foto: epd/Rolf Schulten

Im Notfall zählt jede Minute. Deshalb rät die Herzstiftung Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden, immer einen sogenannten Notfallausweis im Portmonee zu tragen. Dieser wurde jetzt aktuellen Anforderungen in Kliniken und Praxen angepasst.

„Bei Herznotfällen zählt jede Minute. Hat der Notarzt sofort alle erforderlichen Daten zur Herzerkrankung des Patienten vor sich, lässt sich eine deutlich bessere Notfallbehandlung erreichen und viele Komplikationen bis hin zum Tod können vermieden werden“, betont der Notfallmediziner Prof. Dr. med. Günter Görge vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung.

In der Regel schauen Notärzte bei Notfällen zuerst im Geldbeutel des Betroffenen nach, ob dieser einen medizinischen Ausweis, Gesundheitspass oder dergleichen mit sich führt. „Deswegen sollte jeder Herzpatient seinen Notfallausweis im Geldbeutel tragen und nicht irgendwo versteckt in einer Seitentasche der Jacke“, rät Görge, der als Kardiologe in Saarbrücken und Homburg/Saar tätig ist. „Weiß der Notarzt umgehend, welche Medikamente eingenommen werden, welche Vorbehandlungen und Begleiterkrankungen vorliegen, kann das die Überlebenschancen des Betroffenen erhöhen; der Ausweis kann dann schnell zum Lebensretter werden.“

Der Notfallausweis der Herzstiftung kann kostenfrei angefordert werden unter http://www.herzstiftung.de/notfallausweis oder telefonisch unter 069 955128400 und per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de (Stichwort: Notfallausweis). In den vergangenen Jahren hat der Ausweis der Herzstiftung mehr als eine Million Abnehmer gefunden. Er ist nicht nur in Deutsch, sondern auch in Englisch abgefasst und kann im Ausland daher ebenfalls sinnvoll sein.

Herzerkrankungen
Über 1,67 Millionen Menschen werden in Deutschland jedes Jahr wegen einer Herzerkrankung in eine Klinik eingewiesen. An der koronaren Herzkrankheit (KHK), der Vorläuferkrankheit des Herzinfarkts, leiden etwa sechs Millionen Menschen. Etwa 1,8 Millionen Menschen haben die häufigste Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern. In vielen Fällen können Herzprobleme mit einem erhöhten Risiko für einen medizinischen Notfall einhergehen.

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