Sie waren in den 60-er und 70-er Jahren der letzte Schrei, heute liegen sie unbeachtet in Schränken, Schüben, Kellern oder auf Dachböden: Dinge, die einmal richtig „schick“ waren. Über Manches kann man sich heute nur wundern. Kein Mensch mehr würde so eine Mode mitmachen. Oder doch?
Sie stieg als „Badende Venus“ in die Fluten, als „Neptuns Tochter“ wollte sie gar nicht mehr aus dem Wasser. Esther Williams, der schwimmende Hollywood-Star der 40-er und 50-er Jahre, brachte die Badekappe mit dem Kinnband zu Leinwandwandehren. Als Jugendliche hatte die Kalifornierin mehrere Schwimmwettkämpfe gewonnen, sie qualifizierte sich 1940 sogar für die Olympischen Spiele, doch wegen des Zweiten Weltkrieges fielen die Wettbewerbe aus. Später dann lebte sie ihre Leidenschaft und Begabung im Film aus und setzte mit ihrer Ausrüstung Trends. Als Badenixe mit der schicken Badekappe wurde sie weltberühmt. Williams, die vergangenen Juni im Alter von 91 Jahren gestorben ist, war für viele Zeitgenossen ohne die markante weiße Schwimmhaube undenkbar. Im 1949 erschienen Streifen „Neptuns Tochter“ trägt sie die Mütze mit dem geschlossenen Gurt sogar bei der Siegerehrung. Dabei hatte der Kinngurt lediglich die Funktion, die Kappe während des Wettkampfs straff auf dem (hübschen) Kopf zu halten. Doch er wurde später sogar zum Markenzeichen einer wasserbegeisterten Urlaubsgeneration der 60-er und 70-er Jahre. Bademützen mit Band und Druckknopf an der Seite waren der Hit. Auch, weil in den Hallen- und Freibädern zu dieser Zeit noch Badekappenzwang herrschte. Eine Vorschrift, die zur Freude der Kinder, nach technischen Neuerungen in den Freizeiteinrichtungen gottlob entfiel. Inzwischen ist das Kinnband Geschichte, moderne Kunststoffkappen garantieren selbst Hochleistungschwimmern einen sicheren Sitz – auch ohne Spezialverschluss à la Esther Williams.
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