Madeleine Weishaupt bei der Mittagslesung. Foto: Petra Nossek-Bock

Seit 20 Jahren finden Literaturfreunde bei den Mittagslesungen Anregungen für ihr Lektüre. Mitte September 2020 war Petra Nossek-Bock, Chefredakteurin des Magazin sechs+sechzig zu Gast. Sie stellte drei Bücher vor und plauderte mit Moderatorin Madeleine Weishaupt über das Altern, die Auswahl der Autoren und Nürnberg als Stadt für alle Lebensalter.

Ausgesucht wurden folgende Bücher:

Das Erbe der Rosenthals ist ein eindrucksvoller Roman über das Schicksal von zwei Mädchen. Hannah, eine zwölf Jahre alte Jüdin, lebte 1939 in Berlin und musste ihre Heimatstadt verlassen.  Anna, die andere, spürt dem Schicksal ihrer Familie nach. Sie lebt in New York und beginnt ihre Spurensuche als Elfjährige. Autor Armando Lucas Correa verwebt die beiden Figuren sehr geschickt und verknüpft das Thema Flucht und Vertreibung auf eindrucksvolle Weise. Damit lenkt das Buch auch den Blick auf die heutigen Flüchtlinge, die in Booten über das Mittelmeer nach Europa kommen. Das Erbe der Rosenthals basiert auf der wahren Geschichte von Migranten, die 1939 im Hamburger Hafen an Bord der St. Louis gingen, um nach Kuba auszuwandern. Doch bis sie dort ankamen, hatte die Politik eine dramatische Kehrtwende genommen und nicht alle Verfolgten durften von Bord.

Ein heitere Suche nach der eigenen Familie schildert Miika Nousiainen. Das Buch “Die Wurzel alles Guten” bedient sich einer ähnlichen Erzählform. Diesmal sind es die Halbbrüder Pekka und Esko, die ihren Vater suchen. Nachdem sie das Undenkbare anerkannt haben, nämlich, dass sie verwandt sind, machen sich der Werbetexter und der Zahnarzt auf eine Art Roadtrip und treffen dabei auf weitere Geschwister. Eine spannend zu lesende Geschichte mit Tiefgang. Man legt das Buch mit einem Schmunzeln aus der Hand, denn am Ende fügen sich die Fäden zusammen und heilt manche Wunde.

Für alle von Fernweh Geplagten sind Krimis ein Mittel, die Sehnsucht zu lindern. Maria Dries hat ihren Kommissar Philippe Lagard schon in die verschiedensten Departements Frankreichs geschickt. Sein bisher letzter Fall spielt in der Nähe von Arcachon. Dorthin wird der 62-Jährige gerufen, als ein grausamer Überfall auf ein älteres Ehepaar aufzuklären ist. Mit viel französischem Flair wird die spannede Geschichte erzählt.  Ein Schmöker für Spätsommertage und natürlich auch für den Leseherbst auf der Couch.

Die Mittagslesungen findet regelmäßig statt. Wegen der Corona bedingten reduzierten Zahl der Teilnehmer ist eine Anmeldung erforderlich unter: mittagslesungen@stadt.nuernberg.de

Das Moderatorinnen Team, bestehend aus Sabine Burkhardt, Katharina Gloser und Madeleine Weishaupt, freut sich auf ein interessiertes Publikum. Mit anregenden Fragen rücken sie ihrem Gast zu Leibe und schaffen es dabei auf charmante Weise, die eingeladene Persönlichkeit (meist bekannte Namen) von einer ungewöhnlichen Seite zu präsentieren.

Das Aufmacherfoto von Petra Nossek-Bock zeigt Madeleine Weishaupt im Kunstkulturquartier im Künstlerhaus.